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China
Die nationalen
Minderheut im Reich der Mitte |
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| Besprechung
von: Dr. Thomas Weyrauch in China Observer In Hochglanzbroschüren aus der Volksrepublik China repräsentieren hübsche Models in Festtagstrachten die über 50 unterschiedlichen Ethnien des Landes. Zudem ist davon die Rede, dass nach 1949 alle Volksgruppen gleichberechtigt seien. Dies erscheint angesichts massiver Gewalt gegen Tibeter und Uighuren nicht glaubhaft. Was im wissenschaftlichen Bereich hierzu in Deutschland publiziert wird, bewegt sich leider oftmals auf diesem Informationsstand. Repression und Marginalisierung werden kaum beachtet oder umgedeutet. Andere Quellen bemühen sich zwar um Objektivität, sind aber nicht auf dem neuesten Stand. Angesichts dieses Mangels an ausgewogenen Informationen besteht somit ein Bedarf an guter Literatur, verfasst von unabhängigen sachkundigen Autoren. Klemens Ludwig gehört zu dieser Gattung. Als Asienreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker konnte er das nötige Wissen und reiche Erfahrung erwerben, um Bücher über Birma, das Baltikum und Tibet zu veröffentlichen. Bei seiner jahrelangen Beschäftigung mit China war es folglich naheliegend, diesen Staat und die komplizierten Verhältnisse der Minoritäten darzustellen. Ludwig definiert zunächst den Begriff des Mehrheitsvolkes "Han" und der Minderheitsvölker, um in Folge den historischen Herrschaftsanspruch auf diese Ethnien und ihre Siedlungsräume zu umreißen. Hierbei erfährt der Leser über wenig bekannte Vorgänge, wie etwa die Flucht von 67.000 Uighuren und Kasachen im Jahr 1962, die wegen Maos Terror die Grenze zur Sowjetunion durchbrachen und sich in der Nachbarregion niederließen. Unter den Einzeldarstellungen der Ethnien nimmt die Frage der kulturellen - insbesondere muttersprachlichen und religiösen - Entfaltung breiten Raum ein. Dadurch können sich die Leser selbst ein Bild machen, ob die Minderheiten tatsächlich den Han-Chinesen rechtlich und tatsächlich gleichgestellt sind. Der Verfasser diskutiert schließlich die Optionen eines Miteinander von Han-Chinesen und Minderheiten in Form einer wirklichen Autonomie. Diese brächte China eine große Reputation, welche den Staat neben seiner militärischen, wirtschaftlichen und demographischen Stärke zu einer echten Großmacht werden ließ. Klemens Ludwig hat mit dieser Betrachtung eine Lücke geschlossen. Sein Buch ist Wissenschaftlern und interessierten Laien gleichermaßen von Wert. |
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