Reisen nach Tibet – eine Gratwanderung
Vortrag mit Dias

Bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein war Tibet ein verschlossenes Land. Wer früher nach Tibet gereist war, tat dies zumeist für ein „höheres“ Ziel. Missionare, Händler und Wissenschaftler waren lange Zeit die einzigen Fremden, die den Weg nach Tibet fanden. Nach der chinesischen Besetzung 1950 wurde das Land vollkommen von der Außenwelt isoliert; bis die Chinesen im Zuge einer zaghaften Liberalisierung den Tourismus als Devisenquelle entdeckten. Dabei hatten sie jedoch außer Acht gelassen, dass die Devisenbringer auch unliebsame Augenzeugen von Demonstrationen und Menschenrechtsverletzungen sein können. Seitdem versucht Peking eine Gratwanderung: Touristen sind willkommen, doch sollen sie Tibet nur so sehen, wie die Regierung es propagiert. Für die Tibeter sind die Besucher der Kontakt zur Außenwelt, aber gleichzeitig kommen Devisen ins Land, die Chinas Herrschaft zementieren.

So bedeutet eine Reise nach Tibet für jeden einzelnen eine besondere Herausforderung, weil sie eine besondere Sensibilität verlangt.

Klemens Ludwig geht in seinem Vortrag zunächst auf die Geschichte der Tibetreisen ein, er beleuchtet dann die Interessen der Chinesen und Tibeter und gibt schließlich praktische Tipps, wie eine Reise nach Tibet zu einem außergewöhnlichen persönlichen Erlebnis werden kann und gleichzeitig der Kultur und Tradition der Tibeter Rechnung trägt; und vielleicht sogar ihren Kampf unterstützt.